Herz und Verstand

"Das haben wir alles schon gesehen...", "Ist alles schon mal dagewesen..." sind immer wieder beliebte Argumente der Kritiker - insbesondere für besonders positive Happy End Geschichten.

Und so befindet sich die Filmindustrie (wie viele andere Bereiche des menschlichen Lebens) in einer Art "schneller, höher, weiter - Wahn": immer mehr Action, immer mehr Brutalität, immer atemberaubendere Effekte, immer absurdere Geschichten.

Es ist dies ein Zeichen einer völlig verkopften Gesellschaft, der die Verbindung zu Herz und Seele nahezu vollständig verloren gegangen ist. Ich nenne das auch "rationale Isolierung": Dem rationalen Verstand ist die Verbindung zu wesentlichen anderen Teilen der Psyche verloren gegangen und nun befindet er sich in einer Art selbstzerstörerischer Endlosschleife.

Denn Herz und Seele interessieren das "schneller-höher-weiter" nicht. Herz und Seele interessieren sich für Geschichten, die ihnen die Ideen bestätigen, die ihnen wirklich wichtig sind. Herz und Seele können die gleiche positive Geschichte auch immer wieder hören und sehen.

Es ist ein Kennzeichen gegenwärtiger Kunst, dass sie auf das "immer-neu-Streben" des Verstandes ausgerichtet ist. Das betrifft absolut alle Bereiche menschlicher Kunst.

Dabei ist es eines der grundlegendsten Prinzipien einer "Kunst des Herzens und der Seele", die gleiche Sache immer wieder zu tun und sich dabei immer weiter einem persönlichen Ideal oder einer persönlichen Vision anzunähern:

die gleiche Sache, immer schöner, immer perfekter, immer berührender

Es entsteht dabei eine Qualität, die der Verstand nicht wahrnehmen kann - eine Qualität, die nur äußerlich bzw. an Äußerlichkeiten nicht wahrnehmbar ist.

Genaugenommen gibt es gar nicht sooo viele wirklich unterschiedliche Geschichten. Und es braucht sie auch nicht.

Aber es gibt zum Beispiel "Aschenputtel", die Mutter aller Happy End Geschichten. Man kann sie gar nicht oft genug erzählen und verfilmen.

Stichworte:
Kunst
Kritiker
Aschenputtel
Filmindustrie
Gesellschaft
Herz